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Vier Gründe

Vor fast 10 Jahren haben wir den unten stehenden Text zum Thema geschrieben, im Bewusstsein, dass sich hauptsächlich Überzeugungstäter diesem Thema widmen könnten.

Heute ist das Thema angesichts ungebremst steigender Energiepreise aktueller, denn je. Wir ändern deshalb die Überschrift.

Zu den drei Gründen kommt ein vierter. Die Aufrüstung zum Passivhaus kann sich durchaus als lohnende finanzielle Investition in die Zukunft erweisen, zumal die meisten Passivhausbauer die Kinderkrankheiten hinter sich gelassen haben.

Drei Gründe

... vor allem bewegen uns, Passivhäuser mitzuentwickeln und zu bauen:

1. kann die Abgabe von CO2 durch Verbrennungsenergie an die Umwelt so verringert werden, daß die Verhinderung der Klimakatastrophe nicht nur ein schöner Traum bleiben muß.

2. haben wir Holzbauer mit dem Baustoff Holz ideale Voraussetzungen, um solche Häuser vergleichsweise kostengünstig mit umweltfreundlichen Baustoffen zu erstellen.

3. dient die Weiterentwicklung und Verbesserung von Detailösungen der Qualitätssicherung unserer Bauvorhaben allgemein.

Das sogenannte Passivhaus ist vom Grundprinzip einfach und es ist, wenn es denn gebaut ist, einfach zu bewohnen. Die Anforderungen an seine Außenhülle lassen sich wie folgt beschreiben:

Für die Konstruktion ergeben sich somit folgende grundsätzliche Regeln: Das Haus sollte in Nord-Süd-Richtung stehen und im Norden möglichst keine oder kleine Fenster haben. Die Außenwände müssen sehr gut gedämmt sein und dürfen an den kritischen Stellen wie z.B. Fensteranschlüssen oder Durchdringungen keine Kältebrücken aufweisen.

Es hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, dass dabei die sorgfältigst auszuführende Luftdichtung zur Verhinderung unkontrollierter Durchströmungen der Außenhülle eine entscheidende Rolle spielt. Leckagen in der Luftdichtungsebene können sich später durch Zugluft z.B. an Steckdosen bemerkbar machen und sie können zusätzlich zum Wärmeverlust Bauschäden durch Kondenswasserbildung in der Wand verursachen.

Die richtig ausgeführte Luftdichtungsebene verhindert aber nicht den notwendigen Wasserdampftransport von innen nach außen. Die Außenwand sollte diffusionsoffen mit einem sogenannten hydraulischen Gefälle von innen nach außen aufgebaut sein. Das heisst, es kann nur so viel Wasserdampf in die Wand eindringen, wie diese problemlos nach außen abtransportieren und an die Außenluft abgeben kann.

Da der Bau von Passivhäusern im Rahmen der Klimaschutzkonvention in Deutschland staatlich gefördert wird, hat der Gesetzgeber in Bezug auf den Heizenergieverbrauch und die Luftwechselrate, Grenzwerte festgelegt. Der Verbrauch an Heizenergie darf nicht größer sein, als 15 kWh/(qma), was einem Verbrauch von 1,5 Litern Heizöl pro qm im Jahr entspricht. Die Leckage durch unkontrollierte Fugen darf pro Stunde höchstens 0,6 Hausvolumen betragen.

Damit aber der Passivhausstandard erreicht wird, ist Erfahrung, Wissen und die sorgfältige Zusammenarbeit von Spezialisten gefordert. In diesem Falle können die geforderten Grenzwerte auch deutlich unterschritten werden, wie z.B. beim mehrgeschossigen Passivhaus B 28 im französischen Viertel in Tübingen, dessen Heizenergieverbrauch sich auf 10 kWh/(qma) beläuft, was einem Verbrauch von 1 Liter Heizöl pro qm im Jahr entspricht.